Kristian Arambasic: „Der Klassenerhalt wäre eine Sensation“

Die C-Junioren des TuS Komet Arsten stehen in der Regionalliga Nord vor dem Ligaverbleib - und wecken mit ihrem Erfolg Begehrlichkeiten bei den Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren! (Interview des SPORTBUZZER mit U15-Coach Arambasic)

Seit vier Spielen sind die C-Junioren des TuS Komet Arsten in der Regionalliga Nord nun schon ohne Niederlage. Nachdem der Aufsteiger noch vor der Winterpause mit 3:2 beim Hamburger SV gewonnen und bei Eintracht Braunschweig in Unterzahl ein 1:1-Unentschieden erkämpft hatte, folgten in den ersten beiden Ligaspielen des neues Jahres zwei weitere Siege. Sowohl beim 6:0 über Nettelnburg/Allermöhe als auch beim 3:1 gegen den Niendorfer TSV schlug die Mannschaft von Trainer Kristian Arambasic dabei zwei direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Zehn Punkte trennen die jungen Arster inzwischen von den Abstiegsplätzen, der Ligaverbleib wird immer wahrscheinlicher. Der Sportbuzzer Weser-Kurier sprach mit Kristian Arambasic über die mögliche Sensation, die Zukunft seiner Talente und die kommende Spielzeit beim TuS Komet Arsten.

 

Herr Arambasic, ihr Team ist seit vier Spielen (davon drei Siege) ungeschlagen, steht zudem mit einem Zehn-Punkte-Polster im Rücken kurz vor dem Klassenerhalt in der C-Junioren Regionalliga Nord. Wie kommt ihre Mannschaft zu dieser Serie?

Kristian Arambasic: Wir haben es geschafft, den guten Lauf aus den letzten beiden Spielen vor der Winterpause in die Rückrunde zu übertragen. Der Sieg beim HSV und auch das Remis in Unterzahl gegen Braunschweig haben für viel Selbstvertrauen gesorgt, das uns jetzt gegen Nettelnburg und Niendorf geholfen hat. Dazu haben wir in der Winter-Vorbereitung genauso hart und zielstrebig wie im Sommer gearbeitet, um uns bestmöglich auf die Rückrunde vorzubereiten.

 

Sieben Saisonsiege feierte ihr Team in 14 Spielen, dazu steht man zurzeit auf Tabellenplatz sechs. Was ist das Erfolgsrezept?

 

Wir kommen vor allem über die Physis. Wir spielen ein hohes Angriffspressing, das erfordert viel Lauf- und Einsatzbereitschaft. Gerade im konditionellen Bereich haben wir in der Sommer- und Winter-Vorbereitung gearbeitet, das zahlt sich jetzt aus. Meine Jungs sind heiß auf die Liga und wollen sich stetig weiterentwickeln. Sie saugen das Training regelrecht in sich auf, egal ob wir Taktik-, Konditions- oder Krafttraining machen. Physisch gehören wir sicher zu den besten Mannschaften in der Liga - das spiegelt sich dann auch in der Tabelle wider. Hinzu kommt die gute Kooperation mit dem Gymnasium Links der Weser, die wir sehr schätzen und für die wir dankbar sind.

 

Allerdings gilt ihr Team mit 28 Gelben und drei Roten Karten auch als "unfairste" Mannschaft der Liga...

 

Es ist ja nicht so, dass das alles böswillige Fouls sind. Wir sind sehr emotional dabei, manchmal haben sich die Spieler dann nicht im Griff. Dann wird aus Frust über eine Entscheidung mal der Ball weggeworfen oder zu lange mit dem Schiedsrichter diskutiert. Das sind dumme Karten, aber sie gehören zur Entwicklung und zum Lerneffekt der Spieler dazu. Letztlich sind das auch Erfahrungen, die meine Jungs machen müssen, um weiterzukommen. In den letzten vier Spielen haben wir beispielsweise nur zwei Gelbe Karten bekommen, dazu kam dann die Rote Karte in Braunschweig wegen Handspiels auf der Linie. Man sieht also, dass wir uns auch hier weiterentwickeln.

 

Vor der Saison wurde der TuS Komet Arsten vom WESER-KURIER als "Gallisches Dorf der Regionalliga" bezeichnet, das sich mit aller Macht gegen die acht großen Nachwuchsleistungszentren (NLZ) wehren will. Nun steht ihre Mannschaft in der Tabelle vor den NLZ-Teams vom FC St. Pauli, Hannover 96 und VfL Osnabrück - ist das bereits Erfolg genug?

 

Wir haben immer gesagt, dass der Klassenerhalt eine Sensation wäre. Wir spielen in der höchsten Liga für C-Junioren, hier laufen so viele Junioren-Nationalspieler rum - und acht der zwölf Mannschaften, bei vier Absteigern, entstammen eben einem Nachwuchsleistungszentrum. Trotzdem wollen wir uns auf dem bisher Geleisteten nicht ausruhen, auch die zehn Punkte Abstand nach unten heißen noch nichts. Ich gehe davon aus, dass 25 Punkte in dieser Saison nicht zum Klassenerhalt reichen werden. Bis wir die 30-Punkte-Marke (bisher 23, Anm. d. Red.) geknackt haben, wird der Blick ständig nach unten gehen.

 

Die nächsten fünf Spiele könnten entscheidend für den restlichen Saisonverlauf sein. Da warten unter anderem die Konkurrenten Osnabrück und Harburg auf ihr Team, zudem stehen das Pokal-Viertelfinale beim JFV Bremerhaven und das Derby gegen Werder Bremen an...

 

Jedes Spiel ist für uns ein Highlight, egal ob wir zuhause spielen oder auswärts, wir freuen uns sogar auf die Busfahrten - und bislang waren die Rückfahrten ja auch ganz gut (lacht). Wir denken nur von Woche zu Woche, denn jedes Spiel ist besonders. Gegen Kiel und Osnabrück spielen wir zuhause, da geht es um wichtige Punkte gegen den Abstieg. Unser Ziel muss es sein, aus den nächsten drei Ligaspielen möglichst viele Punkte zu holen. Ansonsten können die letzten Saisonpartien gegen Hamburg, Wolfsburg, St. Pauli und Hannover noch einmal sehr wichtig werden.

 

Die U17 des TuS Komet Arsten wird im Sommer vermutlich nicht in die Regionalliga Nord aufsteigen, sodass Ihnen eine Saison in der Bremer Verbandsliga droht. Sie begleiten den Jahrgang 2002 nun seit vier Jahren in Arsten und übernehmen die 1.B-Jugend im Sommer - aber sind die Spieler auch in der nächsten Saison zu halten?

 

Wir haben vereinsintern einen Termin für Ostern angesetzt, an dem wir alles Zukünftige besprechen wollen. Unser Erfolg weckt natürlich Begehrlichkeiten, vor allem bei den Nachwuchsleistungszentren. Ende März steht in Duisburg der nächste Sichtungslehrgang an, da werden vermutlich eine handvoll unserer Spieler dran teilnehmen. In der letzten Woche waren fünf Jungs mit der Bremer Landesauswahl beim Nord-Vergleich in Hamburg, heute sind vier andere Spieler zum Auswahltraining nach Leipzig gereist. Es gab schon erste Kontakte mit anderen Vereinen und ich denke, dass uns am Saisonende viele Leistungsträger verlassen werden.

 

Verärgert es Sie, wenn Sie ihre Spieler nach vier gemeinsamen Jahren an ein Bundesliga-Nachwuchsleistungszentrum abgeben müssen?

 

Nein, im Gegenteil. Der TuS Komet Arsten ist ein Ausbildungsverein, es ist unser Ziel, junge Spieler weiterzuentwickeln und sie dann an ein NLZ abgeben zu können. Das macht uns stolz. Ich bin der Auffassung, dass man bis zu den C-Junioren nicht unbedingt in einem NLZ spielen muss - ab der B-Jugend ist dieser Schritt aber notwendig, um später einmal höherklassig spielen zu können. Deshalb werden wir unseren Spielern absolut nicht im Weg stehen, sondern sie sogar dabei unterstützen.

 

Dadurch wird ein erneuter Aufstieg in die Regionalliga Nord aber nicht unbedingt einfacher...

 

Das stimmt, aber im kommenden Jahr wird es sicherlich einen Cut geben. Neben den möglichen Wechseln zu den NLZ-Mannschaften drohen uns nämlich auch Abgänge in Richtung des JFV Bremerhaven und SC Borgfeld, die voraussichtlich im nächsten Jahr in der B-Jugend Regionalliga spielen werden. Wir müssen deshalb sehen, dass wir mit der U17 schnellstmöglich den Aufstieg schaffen. Wir haben einen starken 2001er Jahrgang, auch aus dem 2002er Jahrgang werden sicherlich viele Spieler bleiben. Unser Ziel ist es, dauerhaft mit den A- und B-Junioren in der Regionalliga Nord zu spielen. Dazu muss unsere erste Herren in den nächsten drei Jahren in die Bremen-Liga aufsteigen, um den jungen Talenten eine Perspektive im Verein zu bieten. Daran werden wir arbeiten - und dass uns in diesem Sinne Rückschläge ereilen, wenn wir Talente an ein Nachwuchsleistungszentrum abgeben müssen, bestärkt uns eher. Das beweist schließlich, dass die Leute im Verein einen guten Job machen.

 

Das Interview im Original lesen? HIER

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